Wer den Namen Tewaag googelt, landet meistens bei Ben — dem älteren Bruder, dem Skandale und Schlagzeilen so treu gefolgt sind wie ein Schatten. Doch der stille Mittlere, Alex Tewaag, geboren am 1. März 1982 als Alexander Christoph Tewaag, hat eine Geschichte, die weit interessanter ist als die oberflächliche Zusammenfassung “Sohn von Uschi Glas, lebt zurückgezogen”. Denn Alex hat nicht einfach das Rampenlicht gemieden — er hat aktiv einen eigenen Lebensweg konstruiert, der mit jedem Schritt weiter von der Filmwelt seiner Eltern entfernte.
Aufgewachsen zwischen Kamera und Kulissen
Uschi Glas, eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands seit dem Durchbruch mit “Zur Sache, Schätzchen” 1968, und ihr damaliger Ehemann Bernd Tewaag, selbst Filmproduzent, schufen ein Elternhaus, das von der Welt des Films durchdrungen war. Drei Kinder entstammen dieser Ehe, die 1981 begann und 2003 in einer Scheidung endete: Ben, Julia und als Jüngster Alexander. Ben wurde Moderator, Filmemacher und Reality-TV-Teilnehmer — und gleichzeitig zur Skandalperson der Familie. Julia trat in die Fußstapfen der Mutter und schlug die Schauspielkarriere ein. Alex wählte zunächst einen Weg, der seiner Herkunft am nächsten lag: Er wurde Kameramann.
Die frühen Credits auf IMDb sprechen eine deutliche Sprache. Um das Jahr 2002 war Alex Tewaag als Kameramann für “MTV Freakshow” tätig — ausgerechnet jene Sendung, die sein Bruder Ben gleichzeitig als Moderator bestritt. Das ist kein Zufall, sondern ein Bild familiärer Vernetzung in der Medienbranche. Auch der Kurzfilm “From Another Point of View” aus dem Jahr 2003 gehört zu seinen frühen filmischen Spuren. Der Blick hinter die Kamera, nicht vor sie — das war von Anfang an sein Platz.
Der entscheidende Schwenk: Von der Filmkamera zur Finanzwelt
Was dann folgte, ist das eigentlich Bemerkenswerte an Alex Tewaags Biografie. Statt in der Medienbranche zu bleiben, entschied er sich für ein grundlegend anderes Kapitel. Er absolvierte an der IE Business School in Madrid einen MSc in Financial Management — einem der renommiertesten Wirtschaftsstudiengänge Europas. Dieser Schritt allein sagt viel über seinen Charakter: Madrid, nicht München oder Berlin. Ein akademisches Programm, das nichts mit dem Familiennamen zu tun hat. Eine Disziplin, die mit dem Erbe seiner Eltern kaum in Berührung kommt.
Nach dem Abschluss 2009 folgte eine Position als Manager bei KPMG Corporate Finance in München, wo er sich auf strategische Entscheidungsfindung, Unternehmensbewertung und Streitbeilegung spezialisierte. Knapp fünf Jahre arbeitete er dort — analytisch, strukturiert, ohne mediale Aufmerksamkeit. 2014 wechselte er als Partner zu GFEP GmbH, einem Münchner Unternehmen für Family Equity, das sich auf mittelständische Unternehmensfinanzierung im deutschsprachigen Europa konzentriert. GFEP investiert zusammen mit privaten Investoren, Stiftungen und Family Offices in Unternehmen mit einem Umsatzvolumen zwischen 10 und 200 Millionen Euro — klassisches, langfristig orientiertes Private-Equity-Geschäft, weit entfernt von jeder Medienlogik.
Was GFEP und Alex Tewaags Rolle dort bedeuten
GFEP Family Equity positioniert sich als Mitunternehmer, nicht als reiner Finanzinvestor. Die Partner verstehen sich als Sparringspartner des operativen Managements — ein Ansatz, der echtes Branchenverständnis und persönliches Engagement erfordert. Für Alex Tewaag, der laut LinkedIn mehr als 500 berufliche Verbindungen unterhält, bedeutet diese Rolle tägliche Arbeit an Unternehmensstrategien, M&A-Transaktionen und Wachstumskonzepten — eine Welt, die mit Filmsets und Boulevardpresse nichts gemein hat.
Das ist kein Rückzug ins Private aus Scheu. Es ist eine vollständige Neudefinition der eigenen beruflichen Identität. Wer von der Kamera zum Corporate Finance wechselt, einen Abschluss in Madrid macht und dann ein Jahrzehnt lang bei einer diskreten Beteiligungsgesellschaft arbeitet, sendet eine klare Botschaft: Ich bin nicht das, was mein Nachname vermuten lässt.
Die Tewaag-Familie als Kontrastfolie
Um zu verstehen, was Alex Tewaags Weg besonders macht, lohnt sich der Vergleich mit seinen Geschwistern. Ben Tewaag, der älteste, lebte sein Leben auf der Bühne — buchstäblich und im übertragenen Sinne. MTV-Moderator, Sänger der Band Eschenbach, Filmemacher, Reality-TV-Sieger bei Promi Big Brother 2016, mehrfach verurteilter Straftäter, 586 Tage in Haft wegen Körperverletzung — und dennoch eine Person, die das Rampenlicht nie wirklich verlassen hat. Julia Tewaag, die Schwester, wählte die Schauspielerei und bewegt sich im kulturell-kreativen Bereich ihrer Eltern.
Alex passt in dieses Schema nicht. Er ist das strukturierende Gegengewicht — jemand, der dieselbe Herkunft hat wie seine Geschwister, aber daraus eine vollkommen andere Konsequenz zieht. Während Ben Tewaags Leben oft als Beispiel für die Last des Prominentendaseins interpretiert wird, ist Alex Tewaags Weg eher ein Beispiel dafür, wie man diese Last abwirft — nicht durch öffentliche Gesten, sondern durch stille, konsequente Entscheidungen über Jahre hinweg.
Öffentlichkeit und Privatsphäre: Ein bewusster Kontrast
Es gibt nur wenige öffentliche Bilder von Alex Tewaag, und die vorhandenen stammen meist aus Gesellschaftsevents, bei denen er die Familie begleitete — Theaterpremieren, Branchenveranstaltungen. Sein Instagram-Profil ist auf wenige Einträge reduziert und selbstironisch beschriftet mit “Cats, climbing & corporate takeovers” — eine knappe, humorvolle Selbstcharakterisierung, die drei Welten vereint: das Private, das Sportliche und das Berufliche.
Diese Haltung ist kein Zufall. Wer bei einer Beteiligungsgesellschaft arbeitet, die diskret mit mittelständischen Unternehmern zusammenarbeitet, für den ist öffentliche Präsenz nicht nur unnötig, sondern potenziell kontraproduktiv. Das Geschäft lebt von Vertrauen, nicht von Followerzahlen. Alex Tewaag hat das früh verstanden — oder es war schlicht eine Charakterfrage.
Was sein Lebensweg über familiäre Prägung und Selbstbestimmung sagt
Es wäre zu einfach, Alex Tewaags Geschichte als “das ruhige Kind einer bekannten Familie” abzutun. Was sie tatsächlich beschreibt, ist ein vollständiger Identitätswechsel über zwei Jahrzehnte — von der kreativen Filmwelt der Eltern zur nüchternen Welt der Unternehmensfinanzierung, mit einem akademischen Umweg über Spanien und einer langen Lehrzeit bei einem der großen Wirtschaftsprüfungskonzerne. Das erfordert nicht nur eine klare Vorstellung davon, wer man nicht sein will, sondern auch eine präzise Vorstellung davon, wer man sein möchte.
In einer Kultur, in der prominente Kinder häufig entweder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten oder öffentlich an der Erwartung scheitern, ist Alex Tewaags dritter Weg bemerkenswert: einfach jemand anderes werden — konsequent, diskret und ohne großes Aufheben.
FAQ
Wer ist Alex Tewaag? Alex Tewaag, mit vollem Namen Alexander Christoph Tewaag, wurde am 1. März 1982 geboren. Er ist der jüngste Sohn der Schauspielerin Uschi Glas und des Filmproduzenten Bernd Tewaag sowie jüngerer Bruder von Ben Tewaag und Julia Tewaag. Heute arbeitet er als Partner bei der Münchner Beteiligungsgesellschaft GFEP GmbH.
Was macht Alex Tewaag beruflich? Nach einer frühen Tätigkeit als Kameramann in der Filmbranche absolvierte Alex Tewaag einen MSc in Financial Management an der IE Business School in Madrid. Anschließend war er als Manager bei KPMG Corporate Finance tätig, bevor er 2014 als Partner zu GFEP Family Equity wechselte — einer Gesellschaft, die in mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Europa investiert.
Warum ist Alex Tewaag weniger bekannt als sein Bruder Ben? Alex Tewaag hat sich bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgehalten und einen Karriereweg eingeschlagen, der keine mediale Präsenz erfordert oder fördert. Im Gegensatz zu seinem Bruder Ben, der durch TV-Auftritte, Skandale und Reality-Formate regelmäßig in den Schlagzeilen erscheint, arbeitet Alex im diskreten Bereich der Unternehmensfinanzierung.
Wie ist Alex Tewaag mit Uschi Glas verwandt? Alex Tewaag ist der jüngste Sohn von Uschi Glas. Seine Mutter ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen und wurde vor allem durch den Film “Zur Sache, Schätzchen” (1968) bekannt. Uschi Glas war von 1981 bis 2003 mit Bernd Tewaag verheiratet, aus dieser Ehe stammen drei Kinder: Ben, Julia und Alex Tewaag.
Welche Ausbildung hat Alex Tewaag? Alex Tewaag absolvierte ein Studium der Filmkamera, arbeitete früh in der Medienproduktion und schloss dann einen MSc in Financial Management am IE Business School in Madrid (2008–2009) ab. Dieser akademische Schritt markierte den Beginn seiner Karriere in der Finanzbranche, zunächst bei KPMG Corporate Finance, später als Partner bei GFEP Family Equity
Fazit
Alex Tewaag ist kein Promi-Kind, das das Rampenlicht scheut — er ist jemand, der die Entscheidung getroffen hat, ein vollständig anderes Leben zu führen als das, was seine Herkunft nahegelegt hätte. Von der Filmkamera über ein Wirtschaftsstudium in Madrid bis zur Unternehmensbeteiligung in München: Sein Weg ist das beste Argument dafür, dass familiäre Prägung nicht gleichbedeutend ist mit Schicksal. Der Take-away: Manchmal ist der unbekannteste Weg der selbstbestimmteste.
Aktuelle Blogbeiträge:Franca Lehfeldt ungeschminkt

