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Klara Szalantzy: Die Frau, die das Schweigen wählte

Klara Szalantzy: Die Frau, die das Schweigen wählte

Es gibt Menschen, die durch ein einzelnes Ereignis definiert werden — ob sie wollen oder nicht. Klara Szalantzy ist eine solche Frau, und sie hat sich entschieden, dagegen anzukämpfen: mit Stille, Würde und einem Leben, das sie selbst gestaltet. Seit jenem schicksalhaften Sommerabend des Jahres 1993 trägt sie einen Namen, der in Kroatien, Serbien und den Balkanstaaten nicht ohne Schmerz ausgesprochen wird — und doch hat sie nie öffentlich darüber gesprochen. Nicht einmal ein einziges Mal.

Zwischen München und Ungarn: Eine Frau mit Wurzeln

Klara Gabriela Szalantzy wurde am 31. März 1970 in Negrești-Oaș geboren — einer kleinen Stadt im Nordwesten Rumäniens, nahe der ungarischen Grenze, die kaum jemand kennt, der nicht aus dieser Region stammt. Ihre Familie zog früh nach München, wo ihr Vater Andreas Szalantzy als Zahnarzt arbeitete. Ihre ungarischen Wurzeln begleiteten sie, auch wenn sie in Bayern aufwuchs und die bayerische Großstadt zu ihrer Heimat wurde.

München in den 1980er-Jahren war eine Stadt des Sports, des Aufbruchs, der europäischen Ambitionen. Klara wuchs in diesem Umfeld auf und entschied sich früh für den Basketball — nicht als Hobby, sondern als ernsthafte Leidenschaft. Sie spielte Basketball in der 2. Bundesliga bei den München Baskets, zu einer Zeit, in der der Frauenbasketball in Deutschland noch weit entfernt war von der medialen Aufmerksamkeit, die er heute genießt. Es war diese sportliche Welt, in der sie auf einen Mann traf, der zu den Außergewöhnlichsten seiner Generation gehörte.

Dražen Petrović und eine Liebe im Schatten des Ruhms

Dražen Petrović war kein gewöhnlicher Basketballer. Er war, wie es Zeitgenossen formulierten, der Nowitzki vor Nowitzki — ein Mann, der in einer Ära, in der europäische Spieler in der NBA noch als zu weich galten, die Vorurteile wegzauberte. Für Klara Szalantzy war er schlicht ihr Freund. Ein Kroate, der in New Jersey spielte und dessen Beziehung zu ihr fernab der Öffentlichkeit blühte.

Auf dem Rückweg von einem EM-Qualifikationsturnier landete die kroatische Mannschaft gemeinsam in Frankfurt. In letzter Minute entschied sich Petrović dazu, mit seiner Freundin Klara Szalantzy im Auto zurückzufahren, anstatt zu fliegen. Diese spontane Entscheidung, dieser scheinbar kleine Moment der Willensfreiheit, würde alles verändern.

Am 7. Juni 1993 fuhr Klara zusammen mit ihrer Freundin, der türkischen Basketballerin Hilal Edebal, zum Frankfurter Flughafen, um Petrović abzuholen. Was dann geschah, ist in kroatischer, serbischer und internationaler Sportgeschichte bis heute präsent: Auf der regennassen Autobahn in der Nähe von Ingolstadt fuhr Klara auf einen bereits verunglückten LKW auf. Der nicht angeschnallte, schlafende Petrović verstarb noch am Unfallort — mit 28 Jahren.

Die Sichtbedingungen auf der Straße waren laut Ermittlungen sehr schlecht, und Petrović trug keinen Sicherheitsgurt. Klara Szalantzy selbst wurde schwer verletzt, überlebte aber. Sie wurde juristisch nie für Petrovićs Tod zur Verantwortung gezogen.

Das Schweigen als Entscheidung

Was danach kam, ist das vielleicht Bemerkenswerteste an Klara Szalantzys Geschichte: Sie schwieg. Nicht aus Feigheit, nicht aus Gleichgültigkeit — sondern aus einer Konsequenz, die sehr wenige Menschen in vergleichbaren Situationen aufbringen. Nach der Tragödie sprach sie nie wieder öffentlich über ihre Beziehung zu Dražen oder den Unfall. Keine Talkshow, kein Zeitungsinterview, keine Buchveröffentlichung. Während Petrovićs Tod in Kroatien Trauer nationalen Ausmaßes auslöste, zog sich die Frau, die am Steuer saß, vollständig aus der Öffentlichkeit zurück.

Nach dem Unfall soll sie mehrmals nach Zagreb gereist sein, um Petrovićs Grab zu besuchen, und Kontakt zu seinem Bruder Aleksandar gehalten haben. Das sind keine Gesten einer Frau, die sich wegduckt — das sind Gesten einer Frau, die mit ihrem Schmerz auf ihre eigene Art umgeht, abseits von Kameras und Boulevardschlagzeilen.

In einer Medienlandschaft, die aus Tragödien Kapital schlägt, in der Betroffene zu Gesprächspartnern gemacht werden und Schweigen als Schuld interpretiert wird, ist Klaras Haltung fast anachronistisch. Und doch: Es ist eine Haltung, die Respekt verdient.

Neuanfang, Studium und ein Leben am Starnberger See

Klara Szalantzy kehrte ins Leben zurück — aber in ein anderes. Sie absolvierte ein Studium der Geschichte an der Fernuniversität in Hagen, eine Entscheidung, die auf eine intellektuelle Neugier schließen lässt, die weit über das Bild des „Ex-Models” hinausgeht, das ihr die Boulevardpresse so gerne zuschreibt. Geschichte zu studieren, wenn man selbst zum unfreiwilligen Teil einer ist — das hat etwas Trotziges, fast Kämpferisches.

Ungefähr zwei Jahre nach der Tragödie lernte sie Oliver Bierhoff kennen, den damaligen Stürmer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die beiden wurden ein Paar in einer Zeit, in der Bierhoff selbst gerade zu einer der prägendsten Figuren des deutschen Fußballs aufstieg. Am 22. Juni 2001 heirateten sie im Marmorsaal des Salzburger Schlosses Mirabell.

2010 verlor sie ein Kind im achten Schwangerschaftsmonat — und im selben Jahr starb ihr Bruder Ladislaus Szalantzy. Schicksalsschläge, die kaum eine Öffentlichkeit interessierten, und über die Klara, folgerichtig, ebenfalls nicht sprach. Heute lebt sie mit ihrer Familie am Starnberger See. Ihre gemeinsame Tochter mit Oliver Bierhoff kam 2007 zur Welt.

Die Spielerfrau, die keine sein wollte

Klara Szalantzy taucht in den sozialen Medien kaum auf. Sie gibt keine Interviews. Sie betreibt keine Selbstvermarktung. In einer Zeit, in der die Partnerinnen von Spitzensportlern eigene Marken aufbauen, eigene Follower-Gemeinschaften kultivieren und öffentliche Persona entwickeln, ist Klaras Lebensweise fast schon revolutionär in ihrer Schlichtheit.

Und doch ist sie, wenn man die Archivfotos aus über zwei Jahrzehnten betrachtet, immer präsent: bei der Weltmeisterschaft 2002 mit der Videokamera auf der Tribüne, bei der WM 2014 in Brasilien, bei Filmpremieren, Galas und Uhrenausstellungen in Genf. Sie erscheint, sie lächelt, sie verschwindet wieder. Sie ist keine Abwesende — sie ist eine Frau, die sehr genau weiß, was sie preisgibt und was nicht.

Seit dem Schuljahr 2012/13 engagierte sie sich im Elternbeirat des Integrativen Montessori Kinderhauses in Aufkirchen bei Starnberg. Das ist das Bild, das bleibt: eine Frau, die wählt. Die das Lokale dem Globalen vorzieht, das Konkrete dem Abstrakten, das stille Engagement der lauten Bühne.

Eine Geschichte, die zwei Männer verbindet — und eine Frau definiert

Es wäre einfach, Klara Szalantzys Leben als Klammer zwischen zwei berühmten Männern zu erzählen: der kroatische Basketball-Heros auf der einen, der deutsche Fußball-Ikone auf der anderen Seite. Aber diese Erzählung wäre nicht nur vereinfacht — sie wäre falsch.

Klara Szalantzy ist eine Frau, die zwei Leben in sich trägt: das vor dem 7. Juni 1993 und das danach. Sie hat sich entschieden, über die Grenze zwischen diesen beiden Leben nicht öffentlich zu sprechen. Sie hat sich ein drittes Leben aufgebaut — eines mit Studium, Familie, Engagement, Stille. Und in dieser Stille liegt eine Aussage, die lauter ist als jedes Interview.

Dražen Petrovićs Tod war eine kroatische Nationaltragödie. Für Klara Szalantzy war er etwas viel Intimeres: der Verlust eines Menschen, den sie liebte, auf eine Art, die sie nie losließ. Dass sie darüber nicht spricht, macht ihre Trauer nicht kleiner. Es macht sie privater. Und das ist, zumindest, vollkommen ihr Recht.

FAQ: Klara Szalantzy — häufig gestellte Fragen

Wer ist Klara Szalantzy? Klara Szalantzy, heute bekannt als Klara Bierhoff, ist eine in München aufgewachsene ehemalige Basketballspielerin und Modell ungarischer Herkunft. Sie wurde am 31. März 1970 geboren und ist seit 2001 mit dem früheren deutschen Fußball-Nationalspieler und DFB-Manager Oliver Bierhoff verheiratet.

Warum ist Klara Szalantzy mit dem Tod von Dražen Petrović verbunden? Am 7. Juni 1993 saß Klara Szalantzy am Steuer, als ihr Fahrzeug auf der Autobahn A9 bei Ingolstadt auf einen verunglückten LKW auffuhr. Ihr damaliger Freund, der kroatische Basketball-Star Dražen Petrović, war nicht angeschnallt und verstarb noch am Unfallort. Klara überlebte den Unfall schwer verletzt.

Was hat Klara Szalantzy nach dem Unfall gemacht? Nach dem Unfall kehrte sie zum Sport zurück, absolvierte später ein Geschichtsstudium an der Fernuniversität Hagen und führt heute ein zurückgezogenes Privatleben am Starnberger See. Über den Unfall und ihre Beziehung zu Petrović hat sie sich öffentlich nie geäußert.

Wann haben Oliver Bierhoff und Klara Szalantzy geheiratet? Das Paar heiratete am 22. Juni 2001 im Schloss Mirabell in Salzburg. Sie haben eine gemeinsame Tochter, die 2007 geboren wurde.

Warum gibt Klara Szalantzy keine Interviews? Eine offizielle Erklärung hat sie nie gegeben — und das ist bezeichnend. Ihr konsequentes Schweigen gegenüber der Presse ist eine bewusste Entscheidung, die sie seit über drei Jahrzehnten durchhält. Es handelt sich nicht um Rückzug aus Schwäche, sondern um eine Form der Selbstbestimmung in einem Umfeld, das permanent Auskunft einfordert.

Fazit

Klara Szalantzy ist mehr als eine Fußnote in der Sportgeschichte. Sie ist eine Frau, die ein außergewöhnliches Schicksal trägt — und es trägt, ohne es zur Schau zu stellen. Ihr Leben ist ein stilles Argument dafür, dass nicht jede Geschichte erzählt werden muss, um wahr zu sein. Der wichtigste Take-away: Wer sie verstehen will, muss aufhören, sie durch andere zu definieren.

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Lukas Braun

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