Wer war Christine Kaufmann wirklich?
Christine Kaufmann war eine österreichisch-deutsche Schauspielerin, Geschäftsfrau und Bestsellerautorin, die das Gesicht des deutschsprachigen Kinos der Nachkriegszeit prägte. Am 11. Januar 1945 in Lengdorf, Steiermark, geboren, entwickelte sich Christine Kaufmann vom talentierten Kind zum internationalen Star und später zur erfolgreichen Unternehmerin. Ihre Karriere erstreckte sich über mehr als fünf Jahrzehnte und inspirierte Millionen von Menschen weltweit.
Frühe Jahre und künstlerische Anfänge
Kindheit in München
Christine Kaufmann wuchs in München auf und entstammte einer vielfältigen Familie: Ihr Vater Johannes war ein deutscher Luftwaffenoffizier, während ihre Mutter Geneviève Gavaert französische Theaterschminke war und die Karriere ihrer Tochter aktiv unterstützte. Diese internationale Familie legte den Grundstein für Kaufmanns später bewiesene sprachliche Vielseitigkeit – sie sprach fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Die künstlerische Ausbildung begann früh und systematisch. Christine Kaufmann absolvierte eine Ballettausbildung an der Münchner Oper, wo sie bereits als junges Mädchen in klassischen Balletten auftrat. Diese fundierte Tanzausbildung sollte sich in ihren späteren Filmrollen auszahlen, in denen Eleganz und körperliche Ausdruckskraft wichtig waren.
Durchbruch im deutschen Film
Mit sieben Jahren machte Christine Kaufmann 1952 ihr Filmdebüt in der Verfilmung von “Im weißen Rößl” (The White Horse Inn). Doch der entscheidende Durchbruch kam 1954 mit dem Film “Rosen-Resli”, in dem sie die Titelrolle spielte. Diese Rolle machte die junge Schauspielerin in Deutschland und Österreich zum Star und endete ihre unbeschwerte Kindheit abrupt. Christine Kaufmann hat später berichtet, dass sie eigentlich nie Schauspielerin werden wollte und eher von ihren Eltern in die Karriere gedrängt wurde – ein Umstand, der ihre späteren Entscheidungen bezüglich ihrer beruflichen Prioritäten prägte.

Internationale Karriere und Hollywood-Jahre
Die große Zeit im Film
Die Karriere von Christine Kaufmann entwickelte sich in den 1950er und 1960er Jahren explosionsartig. Sie spielte in zahlreichen europäischen Produktionen, bevor sie ihren Durchbruch in den USA schaffte. Ihr bekanntester Hollywood-Film war zweifelsohne “Town Without Pity” (1961) an der Seite von Kirk Douglas, für den sie mit 17 Jahren einen Golden Globe für “New Star of the Year – Actress” erhielt – eine beispiellose Ehre für eine deutsche Schauspielerin dieser Zeit.
Weitere bedeutende internationale Filme folgten schnell: “The Last Days of Pompeii” (1959) mit Steve Reeves, “Taras Bulba” (1962) mit Yul Brynner und Tony Curtis, sowie verschiedene europäische Koproduktionen. In diesen Jahren bewies Christine Kaufmann ihre vielseitige schauspielnerische Fähigkeit in Dramen, historischen Kostümspielen und emotionalen Familiengeschichten.
Die Ehe mit Tony Curtis
Das Leben von Christine Kaufmann nahm eine dramatische Wendung, als sie am Set von “Taras Bulba” den berühmten amerikanischen Schauspieler Tony Curtis traf. Curtis, damals bereits 36 Jahre alt, wurde sofort von der 16-jährigen deutschen Schauspielerin fasziniert und verließ zu Gunsten ihrer Beziehung seine erste Ehefrau Janet Leigh.
Am 8. Januar 1963 heirateten Christine und Tony Curtis in Las Vegas – sie war 18, er 38 Jahre alt. Kirk Douglas war Trauzeuge bei dieser spektakulären Hochzeit. Das Paar bekam zwei Töchter: Alexandra Theodora Dido Curtis (1964) und Allegra Curtis (1966). Beide Töchter folgten später ihrer Mutter ins Schauspielgeschäft.
Doch die Ehe sollte nicht von Dauer sein. 1968 trennte sich das Paar, und Christine Kaufmann kehrte nach Deutschland zurück, um ihre Karriere neu auszurichten. Sie hat später betont, dass Tony Curtis seine Forderung stellte, dass sie nach der Hochzeit mit dem Schauspielgeschäft aufhöre – was sie zu jener Zeit bereitwillig akzeptierte, da sie sich schon lange danach sehnte, ihre Karriere zu beenden.
Rückkehr zur Kunst und Theater-Leidenschaft
Deutsche Filmkunst und Rainer Werner Fassbinder
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in den frühen 1970er Jahren widmete sich Christine verstärkt der Filmkunst jenseits des Mainstreams. Sie arbeitete mit dem legendären deutschen Filmemacher Rainer Werner Fassbinder zusammen und spielte in mehreren seiner Werke mit, darunter “Lili Marleen” (1981) und “Lola” (1981).
Das deutsche Fernsehen bot ihr Raum für kreative Entfaltung. Eine ihrer unvergesslichsten Rollen war die der Olga Behrens in der Fernsehserie “Monaco Franze – Der ewige Stenz” (1982-1983), geschrieben vom renommierten Autor Patrick Süskind. Diese Rolle zeigte Kaufmanns Talent für Komödie und Charakterarbeit in vollem Umfang.
Leidenschaft für das Theater
Die wahre künstlerische Passion von Christine Kaufmann galt jedoch dem Theater. Sie arbeitete unter den Regie-Legenden Peter Zadek und Michael Bogdanov und betonte zeitlebens, dass die Bühne ihr Herz gehörte. Diese Theater-Erfahrungen präägten ihren Schauspielstil nachhaltig und verliehen ihren späteren Film- und Fernsehrollen zusätzliche Tiefe.

Geschäftswelt und Unternehmertum
Kosmetik-Imperium
Während viele Schauspieler sich nur auf ihre künstlerische Arbeit konzentrieren, erkannte Christine in den 1980er Jahren ein Geschäftspotential in der Beautybranche. Sie gründete ihre eigene Kosmetiklinie, die sich in Deutschland außergewöhnlich gut verkaufte. Dieses Unternehmertum machte sie zu einer wohlhabenden Frau und bewies ihr Geschäftssinn, der über die Unterhaltungsindustrie hinausging.
Autorin und Ratgeberin
Christine Kaufmann veröffentlichte mehrere erfolgreiche Bücher zu den Themen Schönheit, Gesundheit und Wellness. Sie schrieb auch zwei Autobiografien, in denen sie offen über ihr Leben, ihre Beziehungen und ihre Erfahrungen in der Unterhaltungsindustrie berichtete. Diese Werke machten sie zur gefragten Ratgeberin in Deutschland und machten sie zur Ikone der Frauenbewegung ihrer Zeit.
“Die schönste Großmutter Deutschlands”
Besonders bemerkenswert war, dass die deutsche Presse Christine Kaufmann ab ihren 40er Jahren liebevoll als “die schönste Großmutter Deutschlands” bezeichnete – ein Titel, den sie mit ihrer natürlichen Eleganz und ihrer Ausstrahlung durchaus verdient hatte. Dies zeigte, dass ihre Schönheit nicht an ein bestimmtes Alter gebunden war, sondern eine zeitlose Ausstrahlung darstellte.
Persönliches Leben und Beziehungen
Neben ihrer Ehe mit Tony Curtis war Christine Kaufmann dreimal verheiratet: mit dem Fernsehregisseur Achim Lenz (1974-1976), dem Musiker und Schauspieler Reno Eckstein (1979-1982) und dem Illustrator Klaus Zey (1997-2011).
In späteren Jahren gab Christine in einem deutschen Fernsehinterview auch zu, eine Affäre mit dem Hollywood-Star Warren Beatty gehabt zu haben. Sie war eine Frau, die ihr Leben intensiv gelebt hat und sich nicht scheute, ihre Gefühle und Erfahrungen offen zu teilen.
Vermächtnis und Tod
Christine Kaufmann spielte bis ins Jahr 2014 noch in Filmen und Fernsehserien, etwa in einer deutschen Verfilmung von “Tom Sawyer und Huckleberry Finn”. Doch am 28. März 2017 verstarb sie in München im Alter von 72 Jahren an Leukämie – nur wenige Tage nach der Diagnose.
Ihr Vermächtnis lebt in ihren Filmen, ihren Büchern und in den Erinnerungen derer, die sie kannt haben weiter. Christine bleibt eine der wichtigsten Figuren des deutschsprachigen Kinos und ein Vorbild für Frauen, die ihren eigenen Weg gehen.
Häufig Gestellte Fragen (FAQs)
F: Wie alt war Christine Kaufmann, wenn sie starb? A: Christine starb im Alter von 72 Jahren am 28. März 2017 an Leukämie in München.
F: War Christine Kaufmann verheiratet mit Tony Curtis? A: Ja, Christine heiratete Tony Curtis am 8. Januar 1963, als sie 18 Jahre alt war. Das Paar trennte sich 1968 und bekam zwei Töchter zusammen: Alexandra und Allegra.
F: Wie viele Filme spielte Christine Kaufmann in ihrer Karriere? A: Christine hatte insgesamt 109 Filmkredits zwischen 1952 und 2014, was ihre außergewöhnlich lange und produktive Karriere zeigt.
F: Welcher Film machte Christine Kaufmann international bekannt? A: Der Film “Town Without Pity” (1961) mit Kirk Douglas machte Christine international berühmt und brachte ihr in diesem Jahr einen Golden Globe ein.
F: Was war Christine Kaufmanns zweite Karriere neben dem Schauspielern? A: Christine war eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit einer eigenen Kosmetiklinie und veröffentlichte mehrere Bücher über Schönheit, Gesundheit und ihre Lebensgeschichte.
F: Sprach Christine Kaufmann mehrere Sprachen? A: Ja, Christine war trilingual und sprach fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
F: Welcher Regisseur war wichtig in Christine Kaufmanns Leben? A: Der deutsche Film- und Theaterdirektor Peter Zadek war eine der einflussreichsten Figuren in ihrem Leben und ihrer künstlerischen Entwicklung.
Fazit
Die Geschichte von Christine ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die ihr Leben bewusst und eigenständig gestaltete. Von der Kinderdarstellerin über internationale Filmstar bis zur Geschäftsfrau und Autorin – sie bewies, dass echte Schönheit und Eleganz zeitlos sind und dass eine Frau mehrere erfolgreiche Karrieren haben kann. Ihr Einfluss auf das Kino, die Unterhaltung und die Geschäftswelt ist unverkennbar und wird durch die Generationen hinweg in Erinnerung bleiben.
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