Ellen Kositza ist eine der bekanntesten und zugleich umstrittensten Publizistinnen im deutschsprachigen Raum. Als Journalistin, Autorin und Redakteurin hat sie sich seit den frühen 1990er-Jahren im Spektrum der sogenannten Neuen Rechten einen Namen gemacht. Wer sie verstehen will, muss nicht nur ihre Texte lesen, sondern auch den ideologischen und persönlichen Kontext kennen, in dem sie schreibt und lebt.
Herkunft und Werdegang
Ellen Kositza wurde am 1. Dezember 1973 in Offenbach am Main geboren. Sie wuchs in einem katholisch-konservativen Elternhaus auf und besuchte ein privates katholisches Mädchengymnasium. In den 1990er-Jahren begann sie ein Lehramtsstudium mit den Fächern Germanistik und Geschichte – ein Studium, das sie zwar nicht abschloss, das aber ihre intellektuellen Interessen prägte.
Noch während ihrer Studienzeit, im Jahr 1993, wurde sie Stammautorin der Wochenzeitung Junge Freiheit, einem zentralen Publikationsorgan der konservativen und rechtsnationalen Publizistik in Deutschland. Dort schrieb sie unter anderem über Kultur, Gesellschaft und Frauenbilder. Bis 2013 war die Junge Freiheit ihre publizistische Heimat.
Privatleben und Leben in Schnellroda
Ellen Kositza ist mit Götz Kubitschek verheiratet, einem der einflussreichsten Akteure der deutschen Neuen Rechten. Gemeinsam haben sie sieben Kinder. Die Familie lebt auf einem ehemaligen Rittergut im sachsen-anhaltischen Schnellroda – einem Ort, der in neurechten Kreisen als intellektuelles Zentrum gilt. Dort befindet sich auch der Verlag Antaios, den das Ehepaar gemeinsam betreibt.
Dieses Lebensmodell – viele Kinder, ländliche Selbstversorgung, klassische Rollenbilder – ist für Ellen Kositza kein Zufall, sondern Ausdruck ihrer Weltanschauung. Sie betrachtet das Modell der traditionellen Familie als gesellschaftspolitisches Statement.
Publizistische Tätigkeit und Werke
Ellen Kositza ist nicht nur Redakteurin, sondern auch Buchautorin und Übersetzerin. Ihr Werk lässt sich thematisch in einige Schwerpunkte einteilen: Feminismuskritik, Gesellschaftspolitik und Literaturvermittlung.
Zu ihren bekanntesten Büchern zählt „Gender ohne Ende. Was vom Manne übrigblieb” – eine Auseinandersetzung mit der Genderdebatte aus konservativ-kritischer Perspektive, erschienen in der Reihe Kaplaken beim Verlag Antaios. „Die Einzelfalle – Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt” (2017) entstand im Kontext der Silvesternacht in Köln und beleuchtet die feministische Debatte aus ihrer Sicht. „Das war’s” (2017) ist ein Sammelband ihrer besten Kolumnen, die sie regelmäßig auf der Plattform Sezession im Netz veröffentlichte. Gemeinsam mit Caroline Sommerfeld verfasste sie „Vorlesen – 180 Vorlese- und Leseempfehlungen” (2019) und mit Götz Kubitschek „Das Buch im Haus nebenan” (2020).
Ihre wöchentlichen Kolumnen auf Sezession im Netz gelten als populär und sprachlich pointiert – sie verbinden Alltagsbeobachtungen mit kulturkritischen Kommentaren.
Politische Einordnung und Kritik
Die Einordnung von Ellen Kositza ist in der deutschen Öffentlichkeit klar: Sie wird dem Spektrum der Neuen Rechten zugerechnet. Die Politikwissenschaftlerin Christiane Florin bezeichnete das Schrifttum der Familie Kubitschek-Kositza als rechtsradikal. Wissenschaftliche Publikationen attestieren ihr antifeministsche und antiemanzipatorische Positionen.
Die Publizisten Stephan Braun, Alexander Geisler und Martin Gerster stellen in ihrer Analyse fest, dass Kositzas Aussagen zur Migration eine Anschlussfähigkeit an das rechtsextremistische Parteienspektrum aufweisen. Der Journalist Andreas Speit bezeichnete sie als „die einzige Frau mit Gewicht innerhalb der Neuen Rechten” – ein Befund, der sowohl ihre Bedeutung als auch ihre Sonderstellung in diesem überwiegend männlich geprägten Milieu verdeutlicht.
Im Jahr 2000 gaben sie und ihr Mann anlässlich des 80. Geburtstages von Armin Mohler – einem zentralen Vordenker der Neuen Rechten – eine Festschrift beim Verlag Antaios heraus.
Auszeichnungen
Ellen Kositza wurde mit dem Gerhard-Löwenthal-Preis ausgezeichnet, einem Preis, der von der Jungen Freiheit und der gleichnamigen Stiftung vergeben wird und als eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der konservativen Publizistik gilt.
Mediale Präsenz
Neben ihrer schriftlichen Arbeit war Ellen Kositza auch in verschiedenen Fernsehdokumentationen zu sehen. In der Dokumentation Kleine Germanen – Eine Kindheit in der rechten Szene (2019) trat sie als Interviewpartnerin auf. Auch in Kulturzeit (1995–2016) und in dem Dokumentarfilm Die rechte Wende – Beobachtungen jenseits der Mitte (2017) war sie präsent.
Gesellschaftliche Bedeutung und Rezeption
Ellen Kositza polarisiert. Für ihre Anhänger ist sie eine mutige Intellektuelle, die traditionelle Werte und eine konservative Weltsicht vertritt, die in der Mainstreamgesellschaft kaum noch gehört wird. Für ihre Kritiker steht sie für eine gefährliche Normalisierung rechtsextremer Positionen, verpackt in literarische und kulturelle Sprache.
Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie feministische Themen aus einer antifeministischen Warte bearbeitet – und dabei durchaus argumentativ und rhetorisch versiert auftritt. Das macht sie zu einer Figur, die schwerer zu ignorieren ist als viele andere Akteurinnen in diesem Spektrum.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist Ellen Kositza? Ellen Kositza ist eine deutsche Journalistin und Publizistin, die dem Spektrum der Neuen Rechten zugeordnet wird. Sie ist seit den frühen 1990er-Jahren publizistisch aktiv und vor allem als Buchautorin und Kolumnistin bekannt.
Wann und wo wurde Ellen Kositza geboren? Sie wurde am 1. Dezember 1973 in Offenbach am Main, Hessen, geboren.
Mit wem ist Ellen Kositza verheiratet? Ellen Kositza ist mit Götz Kubitschek verheiratet, einem zentralen Akteur der deutschen Neuen Rechten und Betreiber des Verlags Antaios.
Wo lebt Ellen Kositza? Sie lebt mit ihrer Familie auf einem ehemaligen Rittergut in Schnellroda, Sachsen-Anhalt.
Welche Bücher hat Ellen Kositza geschrieben? Zu ihren bekanntesten Werken zählen „Die Einzelfalle”, „Gender ohne Ende”, „Das war’s” und gemeinsam mit Götz Kubitschek „Das Buch im Haus nebenan”.
Welche politische Richtung vertritt Ellen Kositza? Sie wird der Neuen Rechten zugeordnet und vertritt antifeministsche, traditionell-konservative und migrationskritische Positionen, die von Wissenschaftlern und Journalisten als rechtsradikal eingestuft werden.
Welche Auszeichnungen hat Ellen Kositza erhalten? Sie ist Trägerin des Gerhard-Löwenthal-Preises, einer Auszeichnung im Bereich der konservativen Publizistik.
Was ist der Verlag Antaios? Der Verlag Antaios ist ein neurechter Verlag, den Ellen Kositza gemeinsam mit ihrem Mann Götz Kubitschek betreibt und der zahlreiche Autoren aus dem Spektrum der Neuen Rechten publiziert.
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