Sie haben über fünfzig Jahre zusammengelebt, bevor sie heirateten. Und als Arthur Brauss am 29. August 2025 in ihrer gemeinsamen Münchner Wohnung starb, saß Marie Poccolin an seinem Bett und hielt seine Hand. Ihr einziger öffentlicher Satz danach: „Er ist ganz friedlich eingeschlafen. Das ist mein einziger Trost.” Es sind wenige Worte für ein halbes Jahrhundert gemeinsames Leben und sie sagen alles.
Marie Poccolin ist kein Name, den die breite Öffentlichkeit kennt. Und das war sie selbst, der das so recht war. Über Jahrzehnte erschien sie auf Pressefotos an der Seite ihres Mannes, des Schauspielers Arthur Brauss immer elegant, immer zurückhaltend, immer einen halben Schritt hinter dem Rampenlicht. Wer sie war, jenseits dieser Bilder, blieb fast vollständig verborgen.
Wer ist Marie Poccolin?
Über Marie Poccolins Herkunft, Ausbildung und Jugend ist nahezu nichts öffentlich bekannt. Sie hat keine Schauspielkarriere, kein öffentliches berufliches Profil, keinen Social-Media-Auftritt. Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Sie lernte Arthur Brauss irgendwann in den frühen 1970er Jahren kennen in einer Zeit, in der er bereits ein gefragter Darsteller in deutschen und internationalen Produktionen war und blieb von diesem Zeitpunkt an an seiner Seite.
Laut eigenen Angaben gegenüber der Presse nach dem Tod ihres Mannes waren die beiden rund 50 Jahre lang ein Paar. Diese Zahl allein erzählt eine Geschichte, die keine Biografie braucht.
Arthur Brauss: Der Mann, an dessen Seite sie stand
Um Marie Poccolin zu verstehen, muss man Arthur Brauss kennen. Er wurde am 24. Juli 1936 in Augsburg geboren, als Sohn eines Gartenmeisters. Vor seiner Schauspielkarriere war er Deutschlands Jugendmeister im Stabhochsprung 1954, mit 18 Jahren und erhielt ein Stipendium der University of Wyoming, wo er Mathematik und Wirtschaft studierte, bevor ihn die Bühne rief.
Sein Filmdebüt gab er 1963. Was folgte, war eine Karriere, die ihn in Produktionen mit John Huston, Sam Peckinpah und John Frankenheimer brachte. Neben Warren Beatty, Burt Lancaster und Steve Martin stand er vor der Kamera in Hollywood-Produktionen, als das für einen deutschen Schauspieler noch außergewöhnlich war. Als Synchronsprecher lieh er Dennis Hopper, Max von Sydow, Robbie Coltrane und anderen seine Stimme.
In Deutschland wurde er einem Millionenpublikum bekannt als Polizeihauptkommissar Richard Block in der ARD-Kultserie „Großstadtrevier”, die von 1986 bis weit in die 2000er Jahre lief. Diese Rolle machte ihn zum vertrauten Gesicht der deutschen Fernsehlandschaft kantig, zuverlässig, integer.
Und durch all diese Jahrzehnte: Marie Poccolin.
Fünfzig Jahre Partnerschaft und eine Hochzeit ganz am Ende
Was Marie Poccolins Geschichte so besonders macht, ist nicht nur ihre Länge, sondern ihr Timing. Erst 2024, nach mehr als fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens, heirateten Arthur Brauss und Marie Poccolin. Sie selbst beschrieb es gegenüber der Presse als „ganz still” keine öffentliche Feier, kein roter Teppich, keine Schlagzeilen.
Dieser Schritt, so spät im Leben vollzogen, wirft eine Frage auf, die sich nur die beiden hätten beantworten können: Warum dann? Vielleicht, weil sie es nie gebraucht hatten. Vielleicht, weil Arthur Brauss zu diesem Zeitpunkt bereits geschwächt war „rund um die Uhr gepflegt”, wie sie later sagte und der gemeinsame letzte Sommer ein stilles Ja verdiente.
Im August 2025, wenige Monate nach der Hochzeit, starb Arthur Brauss im Alter von 89 Jahren. Nach dem Nachruf, den news.de veröffentlichte, war Marie Poccolin-Brauss wie sie sich jetzt nannte bei ihm. „Er ist ganz friedlich eingeschlafen”, sagte sie. „Das ist mein einziger Trost.
Es ist bezeichnend, dass dieser Satz ihr erster und einziger öffentlicher Kommentar zum Tod ihres Mannes war. Keine langen Statements, kein ausführliches Interview. Ein Satz und dann wieder die Stille, die sie ihr ganzes Leben gewählt hatte.
Was ihre Zurückhaltung über sie sagt
In der deutschen Medienwelt der 1980er, 90er und 2000er Jahre war es nicht ungewöhnlich, dass Ehefrauen bekannter Schauspieler gelegentlich auf Premieren, Empfängen und Ehrungen erschienen. Marie Poccolin tat das auch Fotos belegen ihre Anwesenheit etwa beim Sommerempfang des Bayerischen Landtags auf Schloss Schleißheim im Juli 2019 oder bei der Verleihung des Corine-Buchpreises in München im November 2010.
Aber sie blieb dabei immer das, was man im Englischen als „private person” bezeichnet: eine Person, die zwar im öffentlichen Umfeld auftaucht, aber keine öffentliche Identität beansprucht. Kein Interview, das ihrer Sicht Raum gibt. Keine Kolumne, keine Buchveröffentlichung. Keine eigene Geschichte, die parallel zur Geschichte ihres Mannes erzählt wird.
Das ist weder Schwäche noch Unsichtbarkeit aus Zwang. Es ist eine Entscheidung. Und diese Entscheidung, über fünf Jahrzehnte konsequent durchgehalten, sagt mehr über Marie Poccolin aus als jedes Porträt es könnte: Sie wusste, wer sie war und brauchte das Fernsehen nicht, um es zu beweisen
München, Schwabing und ein Leben außerhalb der Kamera
Arthur Brauss lebte über vierzig Jahre im Münchner Stadtteil Schwabing einem Viertel, das seit den 1960er Jahren für seine Künstlerzirkel, Cafés und intellektuelle Atmosphäre bekannt ist. Marie Poccolin teilte dieses Leben. Schwabing war ihre gemeinsame Welt.
Was Brauss in den Jahren nach seinem Rückzug aus dem Fernsehen (2014) beschäftigte, ist dokumentiert: Er fuhr Rennen, baute Möbel, spielte klassische Gitarre, kochte und spielte Golf in einem Club, dem auch Franz Beckenbauer angehörte. Was Marie Poccolin in dieser Zeit tat ob sie malte, schrieb, Freundschaften pflegte, reiste ist nicht bekannt.
Das ist das Paradox dieser Geschichte: Die Frau, die jahrzehntelang an seiner Seite stand, bleibt nach seinem Tod ebenso unbekannt wie davor. Und vielleicht ist das ihr Vermächtnis.
Das Erbe einer stillen Präsenz
Was bleibt von Marie Poccolin, wenn man alles zusammenzieht, was öffentlich bekannt ist?
Sie war die Konstante in einem Leben voller Rollen. Arthur Brauss spielte Gangster und Polizisten, synchronisierte Hollywood-Stars, sprach für Kinder und für die ARD-Primetime. Er reiste, arbeitete, trat auf. Und sie war da nicht als Anhängsel, sondern als Zentrum, das nicht sichtbar sein musste, um tragend zu sein.
In einer Zeit, in der Prominenz oft gleichgesetzt wird mit maximaler Sichtbarkeit, ist das eine ungewöhnliche Haltung. Marie Poccolin hat sich nie darum bemüht, als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Und genau das macht sie, paradoxerweise, zu einer der interessantesten Figuren in der Geschichte ihres Mannes.
Ihr letzter öffentlicher Satz „Er ist ganz friedlich eingeschlafen. Das ist mein einziger Trost.” ist der Satz einer Frau, die gelernt hat, mit der Stille zu leben. Und die weiß, dass manche Dinge keine große Bühne brauchen, um real zu sein.
FAQ: Marie Poccolin
Wer ist Marie Poccolin? Marie Poccolin ist die Witwe des deutschen Schauspielers Arthur Brauss (1936–2025). Sie war über fünfzig Jahre lang seine Lebensgefährtin und heiratete ihn 2024 kurz vor seinem Tod. Über ihr eigenes Leben, ihre Herkunft und ihren Beruf ist öffentlich so gut wie nichts bekannt sie hat ihr Privatleben stets konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten.
Wann haben Marie Poccolin und Arthur Brauss geheiratet? Das Paar heiratete 2024 nach mehr als fünfzig Jahren Partnerschaft. Marie Poccolin beschrieb die Hochzeit als „ganz still”, ohne öffentliche Feier oder mediale Aufmerksamkeit.
Wann und wie starb Arthur Brauss? Arthur Brauss starb am 29. August 2025 im Alter von 89 Jahren in seiner Münchner Wohnung im Stadtteil Schwabing. Marie Poccolin hielt seine Hand, als er einschlief. Die Todesursache wurde nicht offiziell mitgeteilt. Sie sagte gegenüber der Presse: „Er ist ganz friedlich eingeschlafen. Das ist mein einziger Trost.”
Was ist Arthur Brauss bekannt geworden? Arthur Brauss war ein vielseitiger deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. International arbeitete er mit Regisseuren wie Sam Peckinpah und John Frankenheimer, in Deutschland wurde er vor allem als Polizeihauptkommissar Richard Block in der ARD-Serie „Großstadtrevier” bekannt, die ab 1986 ausgestrahlt wurde.
Hat Marie Poccolin eine eigene öffentliche Karriere? Nein. Marie Poccolin ist keine Schauspielerin, Journalistin oder öffentliche Persönlichkeit. Sie trat gelegentlich an der Seite ihres Mannes bei öffentlichen Veranstaltungen auf, pflegte aber keine eigene mediale Präsenz und gab keine öffentlichen Interviews.
Fazit
Marie Poccolin ist kein bekannter Name und das war ihr Wille. Was ihre Geschichte dennoch erzählenswert macht, ist das, was sie repräsentiert: fünf Jahrzehnte stille Loyalität, eine Hochzeit im Schatten des Abschieds, und ein einziger Satz, der mehr Menschlichkeit trägt als viele lange Statements.
Sie war die Frau, die blieb. Und das, in einer Welt, die Sichtbarkeit mit Bedeutung gleichsetzt, ist vielleicht die eigentliche Geschichte.
Aktuelle Blogbeiträge: Gerald Heiser Eltern, Vanessa Civiello verheiratet, Florence Gaub Partner

