Kaum ein Gewichtsverlust hat in Deutschland zuletzt für so viel öffentliche Diskussion gesorgt wie der von Ricarda Lang, die mittlerweile nicht nur wegen ihrer Politik, sondern vor allem wegen der Fragen, wie sie eigentlich abgenommen hat, ob sie eine Abnehmspritze genutzt hat und wie sie heute lebt, gesucht wird. Was die meisten Berichte dabei übersehen, ist der eigentlich interessante Teil der Geschichte: Ricarda Lang hat ihre Transformation bewusst zu einer politischen Aussage gemacht, weil sie selbst jahrelang glaubte, Abnehmen widerspreche ihren feministischen Überzeugungen.
Wer ist Ricarda Lang?
Ricarda Lang wurde am 17. Januar 1994 geboren und wuchs in Nürtingen in Baden-Württemberg auf, großgezogen von ihrer alleinerziehenden Mutter, die als Sozialarbeiterin in einem Frauenhaus tätig war. 2012 machte sie ihr Abitur mit der beeindruckenden Note 1,1, weshalb sie in der Schule wegen ihres breiten Wissens den Spitznamen “Ricipedia” trug.
Politisch aktiv wurde sie bereits mit 18 Jahren bei der Grünen Jugend, deren Bundesvorsitz sie von 2017 bis 2019 innehatte. Von 2022 bis 2024 stand sie schließlich als Bundesvorsitzende an der Spitze der gesamten Grünen-Partei, gemeinsam mit Omid Nouripour.
Ricarda Lang Ausbildung: Der lange Weg zum Jura-Abschluss
Ein Thema, das Ricarda Lang in ihrer politischen Karriere immer wieder begleitete, war der fehlende Studienabschluss. Nach dem Abitur begann sie 2012 ein Jurastudium, zunächst in Heidelberg, später an der Humboldt-Universität Berlin, brach es jedoch 2019 zugunsten ihrer politischen Arbeit ab. Vor allem während ihrer Zeit im Grünen-Vorstand wurde ihr dieser fehlende Abschluss häufig vorgeworfen.
2025 setzte sie schließlich einen deutlichen Schlusspunkt: Nach insgesamt 13 Jahren zwischen Studienbeginn und Abschluss erlangte sie ihren Bachelor of Laws. Diese Nachricht sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit, weil sie zeigte, dass Lang trotz eines vollen politischen Terminkalenders an diesem persönlichen Ziel festhielt.
Ricarda Lang heute: Zwischen Fitnessstudio und Halbmarathon
Wer Ricarda Lang heute mit früheren Jahren vergleicht, erkennt eine deutliche Veränderung. Innerhalb von 18 Monaten hat sie mehr als 40 Kilogramm abgenommen, ein Prozess, den sie im Frühjahr 2024 begann und über den sie inzwischen sehr offen spricht. Einen persönlichen Meilenstein erreichte sie im April 2026, als sie ihren ersten Halbmarathon absolvierte, eine Distanz von 21,0975 Kilometern.
Über die entscheidenden letzten Kilometer sagte sie, vor allem die Stimmung am Streckenrand habe sie getragen, mit Kindern, die ihr am Straßenrand zujubelten, und einer ganzen Stadt, die sie motivierte. Ohne diese Unterstützung, so ihre eigene Einschätzung, hätte sie das Ziel nicht erreicht. Ihr sportlicher Werdegang begann dabei keineswegs mit Begeisterung: Sie beschreibt sich selbst als jemanden, der in der Schule bei Sportarten wie Hochsprung oder Schwimmen regelmäßig die Letzte war, während sie heute regelmäßig Krafttraining betreibt und es nach eigenen Worten liebt.
Ricarda Lang abgenommen: Was wirklich hinter der Veränderung steckt
Zur Frage, wie Ricarda Lang abgenommen hat, äußerte sie sich mehrfach sehr direkt. Grundlage ihrer Veränderung sind eine Kombination aus regelmäßigem Krafttraining, Joggen und einer bewussteren Ernährung, ohne dabei nach eigener Aussage strengen Verboten zu folgen. Wichtig ist ihr dabei zu betonen, dass der Prozess weder schmerzfrei noch mühelos verlief: Sie stellte klar, dass Abnehmen ohne eine gewisse Disziplin und ohne Verzicht kaum funktioniere, und wandte sich damit gegen Aussagen, die einen mühelosen Gewichtsverlust versprechen.
Den Wendepunkt markierte für sie ihr 30. Geburtstag. Ab diesem Zeitpunkt habe sie begonnen, ihren Alltag bewusster zu gestalten, auch weil sie erkannte, dass ein Leben im permanenten beruflichen Ausnahmezustand langfristig ihrer Gesundheit schaden würde.
Ricarda Lang und die Abnehmspritze: Warum sie mit den Gerüchten aufräumte
Da ihr Gewichtsverlust so deutlich sichtbar wurde, hielten sich monatelang Spekulationen, Ricarda Lang habe zu Medikamenten wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro gegriffen. Im Januar 2026 stellte sie im Interview mit dem “Spiegel” klar, dass dies nicht der Fall sei. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie es völlig in Ordnung finde, wenn andere Menschen solche verschreibungspflichtigen Präparate nutzen, niemand müsse sich dafür schämen.
Diese Klarstellung ist bemerkenswert, weil sie zwei Dinge gleichzeitig leistet: Sie beendet die Spekulationen über ihren eigenen Weg, ohne dabei Menschen zu verurteilen, die einen anderen Weg gehen. Genau diese Differenzierung fehlt vielen öffentlichen Debatten rund um Gewichtsverlust und Medikamente.
Vom “unfeministisch” zum Gesundheitsthema: Der politische Kern ihrer Geschichte
Der eigentlich bemerkenswerteste Teil von Ricarda Langs Geschichte liegt in ihrer veränderten Haltung selbst. Über Jahre hinweg hatte sie öffentlich vertreten, dass bewusstes Abnehmen mit ihrem feministischen Selbstverständnis kaum vereinbar sei, schließlich bedeute es scheinbar, gängigen Körpernormen nachzugeben. Heute sieht sie das differenzierter: Es gehe ihr um ihre Gesundheit, nicht um gesellschaftliche Schönheitsideale, wie sie selbst betonte.
Diese Neupositionierung löste in Deutschland eine breitere gesellschaftliche Diskussion aus, die weit über ihre Person hinausging: Wie lässt sich gesundheitsorientierter Gewichtsverlust von gesellschaftlichem Schönheitsdruck unterscheiden? Und wie offen sollten Prominente und Politikerinnen mit einem Thema umgehen, das so eng mit persönlicher Scham verknüpft ist? Genau hier liegt der Unterschied zu vielen anderen prominenten Abnehmgeschichten: Lang nutzt ihre eigene Erfahrung bewusst, um eine politische Debatte über Körperbilder und gesellschaftlichen Druck anzustoßen, statt sie nur als persönliche Erfolgsgeschichte zu erzählen.
Bundespresseball und öffentliche Auftritte
Sichtbar wurde Ricarda Langs Veränderung besonders bei öffentlichen Anlässen wie dem Bundespresseball im April 2026 im Hotel Adlon Kempinski in Berlin, bei dem sie als Gast auftrat. Solche Termine machen deutlich, wie präsent das Thema ihrer körperlichen Veränderung im politischen Berlin inzwischen geworden ist, auch wenn Lang selbst betont, dass ihr persönliches Wohlbefinden für sie wichtiger sei als die äußere Wahrnehmung durch andere.
Ricarda Lang privat: Ehemann und Rückhalt
Seit 2017 ist Ricarda Lang mit dem Mathematiker Florian Wilsch liiert, der selbst länger bei der Grünen Jugend aktiv war. Diese langjährige Beziehung beschreibt sie als wichtige Stütze, gerade in einer Phase, die sowohl beruflich, mit dem Studienabschluss, als auch privat, mit ihrer körperlichen Veränderung, von großen Umbrüchen geprägt war.
Fazit
Ricarda Lang hat aus einer sehr persönlichen Veränderung eine öffentliche Debatte gemacht, die weit über ihre eigene Geschichte hinausreicht. Ihr Weg zeigt, dass Gewichtsverlust und feministisches Selbstverständnis für sie heute kein Widerspruch mehr sind, sondern eine Frage der eigenen Gesundheit und Selbstbestimmung. Wer ihre Geschichte verstehen will, sollte weniger auf die Zahl der verlorenen Kilogramm schauen als auf den Weg dorthin, der aus einer politischen Überzeugungsänderung entstand.
FAQ
Wie alt ist Ricarda Lang?
Ricarda Lang wurde am 17. Januar 1994 geboren und ist aktuell 32 Jahre alt.
Wie viel Gewicht hat Ricarda Lang verloren?
Sie hat innerhalb von 18 Monaten mehr als 40 Kilogramm abgenommen, beginnend im Frühjahr 2024.
Hat Ricarda Lang eine Abnehmspritze genutzt?
Nein, sie hat im Januar 2026 im “Spiegel”-Interview klargestellt, dass sie keine Präparate wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro verwendet hat, sondern auf Krafttraining und Ernährungsumstellung setzte.
Welche Ausbildung hat Ricarda Lang?
Sie begann 2012 ein Jurastudium, brach es 2019 zunächst ab und schloss es 2025 nach insgesamt 13 Jahren mit einem Bachelor of Laws ab.
Wer ist der Partner von Ricarda Lang?
Seit 2017 ist sie mit dem Mathematiker Florian Wilsch liiert, der selbst in der Grünen Jugend aktiv war.
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